Wenn Welten aufeinander
treffen
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Autorin: Karen
en Hayes, DVM, MS
Ein interessanter Artikel, wie Pferde denken und warum wir Ihre Reaktionen manchmal nicht verstehen.
Einleitung
Unterschied 1: Die soziale Position
Unterschied 2: Das Sehvermögen
Unterschied 3: Die Behausung
Unterschied 4: Die Reaktion auf Gefahr
Unterschied 5: Das Verhalten bei der Nahrungsaufnahme

Einleitung
Denken sie an ihr Pferd wie an ein Mitglied ihrer Familie, eine Art von übergroßem,
vierfüßigem Kind? Sie sind nicht allein. Pferde wecken den Pfleger in vielen von
uns. Wir drücken sie. Baden und bürsten sie. Geben ihnen Leckerlis. Schließen sie
in unsere Familienfotos ein. Wir bauen behagliche Ställe für sie, überlegen uns
die Farbgestaltung ihrer Sachen und hüllen sie sogar ein, wenn es kalt ist. Kurz,
wir glauben, dass unsere Pferde die gleichen Dinge wünschen und brauchen wie wir,
und dass als Antwort auf unsere Hingabe sie uns lieben, uns vertrauen und uns niemals
schaden werden.
In Wirklichkeit übertrifft das Gewicht ihres Pferdekameraden das ihre um mehr
als 500 kg und er kann sie mit einem einfachen, gut platzierten Tritt töten. Wenn
sie sich um ihr Pferd kümmern, als sei es eine übergroße Fortsetzung von ihnen,
verlieren sie die Sicht auf die Gefahr und die fundamentale Tatsache: Es ist ein
Pferd. Das bedeutet, dass es programmiert ist, sich wie ein Pferd zu benehmen und
zu reagieren, nicht wie ein Mensch. Wenn sie diesen simplen Fakt vergessen, könnten
sie sich auf der Verliererseite eines Krieges zwischen zwei Welten wieder finden.
Das ist die einzige, aber bedeutendste Quelle von Konflikten und von Enttäuschungen
im Training.
Um ihrem Verständnis zu helfen, werde ich fünf grundlegende Unterschiede zwischen
ihrer Welt und der ihres Pferdes erläutern. Ich werde die soziale Hierarchie, das
Sehvermögen, die Behausung, die Reaktion auf Gefahr und das Verhalten bei der Nahrungsaufnahme
behandeln. Punkt für Punkt werde ich ihnen sagen, wie das Verhalten ihres Pferd
genetisch programmiert ist, wie sie sich verhalten, die Möglichkeiten für einen
Konflikt und wie mit diesem Konflikt umzugehen ist. Mit dem Verständnis für das
'Funktionieren' ihres Pferdes werden sie besser in der Lage sein, Pferde-Reaktionen
vorherzusehen (und zu vermeiden), die sie dem Risiko eines physischen oder psychischen
Konfliktes aussetzen könnten.


Unterschied 1
Die soziale Position
Die Welt ihres Pferdes: Es ist ein Herdentier,
Hierarchien in der Herde sind wichtig zum Überleben. In einer Pferdegesellschaft
bestimmt die Stellung in der Herde, was ein Pferd frisst und wann. Dominante Pferde
bekommen von allem das Erste, vom ersten Schluck Wasser bis zum besten Ruhefleck.
Ein untergeordnetes Pferd kann den Bereich eines dominanten Pferdes nur betreten,
wenn es aufgefordert wurde, das Eindringen fordert sonst zu einem aggressiven Gegenstoß
heraus. Weil es dem Pferd nützt, die Hierarchieleiter empor zuklettern, testen viele
ihre übergeordneten Herdenmitglieder im Bemühen, deren Position einzunehmen.
Der gleiche kraftvolle Instinkt steuert ihr domestiziertes Pferd. Wenn Dominanz
und Unterordnung noch nicht geklärt sind, wird ein Tritt, Biss oder Angriff die
Sache schnell entscheiden. Wenn die Position erst einmal festgelegt ist, wird ein
Blick, angelegte Ohren, das Schwingen des Kopfes oder die Androhung eines Trittes
üblicherweise zukünftige Versuche beenden, in den Bereich einzudringen.
Ihre Welt: Wahrscheinlich ist das einzige andere vierfüßige Tier, zu dem sie
eine Beziehung wie zu einem Kameraden haben, ihr Hund. Aber "Fido" ist ein Meutentier,
seinem Alpha- oder Leithund untergeordnet. In seinen Augen sind sie dieser Hund,
wenn er mit seinem Schwanz wedelt und sie mit der Nase stupst, signalisiert er Zuneigung
und Unterordnung. Wenn ihr Pferd mit dem Maul nach ihnen schnappt, sie stupst, mögen
sie das gleiche warme und kribbelnde Gefühl empfinden, wie bei ihrem Hund. Das ist
der Punkt, an dem sie beginnen, sich falsch in der Beziehung zu ihrem Pferd zu verhalten.
Möglichkeit eines Konfliktes: Ein Stups von ihrem Hund ist ein Zeichen der Unterordnung,
von ihrem Pferd ist er ein Einbruch in ihren Bereich und bedeutet, dass es nicht
der Meinung ist, dass sie das Chefpferd sind. Genau wie sie ihr Pferd als einen
Menschen in Fellkleidung ansehen können, sieht es sie als ein gleichartiges Herdenmitglied
an, in seiner Sichtweise sind sie ihm entweder über- oder untergeordnet. Wenn es
sie nicht als das dominante Mitglied in ihrer zweiköpfigen Herde ansieht, betrachtet
es sie als untergeordnet mit allen möglichen gefährlichen Folgen. Das sind Beißen,
Treten, und/oder Angreifen, Stoßen und/oder Scheuern mit dem Kopf, auf sie auf-
oder an ihnen vorbeilaufen, wenn sie es führen, Aggressionen gegen sie zeigen (angelegte
Ohren, wedelnder Schweif, und/oder drohen zu treten) beim Füttern, Pflegen oder
Satteln und genereller Widerstand gegen jede ihre Forderungen.
Vermeidung des Konfliktes: Es betrachtet sie als ein Pferd - tun sie das gleiche
mit ihm. Wenn es ihren Bereich verletzt, stoßen sie ihm sofort den eindringenden
Körperteil weg. (Achtung: Die Aufmerksamkeit ihres Pferdes hält solange an, dass
sie nach der Zeit des Verbrechens ein 3-Sekunden Fenster haben, in dem sie eine
Strafe verhängen können. Danach wird jedes Bemühen um Strafe das Pferd nur durcheinander
bringen.) Lassen sie die Strafe dem Angriff entsprechen: Wenn ihr Pferd eine kleine
Attacke versucht, wie z.B. ein Stups mit dem Kopf, nutzen sie einen festen Klatsch
auf eine Seite des Halses, wenn es eine starke Attacke ist, wie ein Stoß mit dem
Körper, kombinieren sie eine kräftigen Schlag (wenn sie eine Peitsche haben, nutzen
sie diese) mit einem lauten, wilden Schrei, eben wie ein Pferd treten und schreien
würde. Das ist nicht grausam, das ist Körpersprache, die Pferde untereinander sprechen
und verstehen.
Wenn ihr Pferd zur Fütterungszeit durch angelegte Ohren Aggressionen gegen sie
zeigt, füttern sie es nicht. Sie würden nur sein schlechtes Benehmen belohnen. Stattdessen
warten sie, bis es sie mit aufgestellten Ohren begrüßt und füttern es dann, sein
erwünschtes Verhalten belohnend.

Unterschied 2
Das Sehvermögen
Die Welt
ihres Pferdes: Es hat meistens eine einäugige Sehweise, das heißt, es hat ein Auge
auf jeder Seite seines Kopfes. Jedes Auge arbeitet unabhängig und sendet Bilder
zu verschiedenen Seite des Gehirns, wenn es ständig nach lauernden Raubtieren sucht.
Als Resultat ist die periphere Sicht ihres Pferdes exzellent. Nur wenn es beide
Augen auf ein Objekt vor ihm richtet, fokussieren diese zu einer zweiäugigen Sehweise
und senden ihm ein Bild ins Gehirn. Sein Entfernungssehen ist ebenfalls exzellent,
es ist ein Tier, entworfen, den Horizont der offenen Prärie zu überwachen. Große,
nahe Objekte erscheinen ihm verschwommen, es ist zu langsam, sie zu fokussieren
und muss seinen Kopf bewegen, um das zu tun - das führt dazu, dass sich das Objekt
zu bewegen scheint. Ein Pferd hat übergroße Netzhäute, die das Objekt so vergrößern,
dass es um 50 Prozent gewaltiger erscheint, als es ist, auch machen die Netzhäute
eines Pferdes aus kleinen Bewegungen g-r-o-ß-e. Diese Tatsachen der Sehweise, gekoppelt
mit seiner Unfähigkeit, sofort zu fokussieren, schützt ihr Pferd davor, logische
Entscheidungen zu treffen. Stattdessen gibt sie ihm ein zentrales Mittel zum Überleben,
das Sehen sendet einen schrillen Alarm vor einem Raubtier, der das Pferd veranlasst,
sofort und instinktiv zu reagieren - ohne Denkpause - so kann es einige Distanz
zwischen sich und der Bedrohung bringen. (Wir werden uns in Kürze mehr mit dem Wie
und Warum seiner Reaktionen befassen.)
Ihre Welt:
Ihre Sehweise ist zweiäugig. Sie haben (oder hatten, wenn sie die 40 überschritten
haben) eine scharfe Nahsicht, verbunden mit einem guten räumlichen Wahrnehmungsvermögen
und die Fähigkeit, sofort zu fokussieren. Ihre Sicht im Randbereich ist jedoch begrenzt.
Möglichkeit
eines Konfliktes: Ihre schnell fokussierende Sehweise - verbunden mit ihrer Fähigkeit
logisch zu denken, versetzt sie in die Lage, ein harmloses Objekt beinahe sofort
als solches zu erkennen. Die Sehweise ihres Pferdes kann das gleiche Objekt als
Lebensgefahr erscheinen lassen. (Das ist der Grund, weshalb eine wedelnde Plastikplane
sie an Abfall und es an einen Löwen denken lässt.) Ferner erlaubt ihm sein überlegenes
Sehvermögen im Randbereich, ein pferdefressendes Monster noch vor ihnen zu entdecken.
Es ist
programmiert, beim ersten Anschein einer Gefahr zu erschrecken und zu fliehen. Aus
sicherer Entfernung kann es sein exzellentes Sehvermögen im Fernbereich nutzen,
um das schreckliche Ding zu untersuchen. Wenn sie nicht auf der Hut sind, können
sie verletzt werden. Nicht zuletzt erschrecken sie möglicherweise durch sein Verhalten
und, wenn sie sich wieder beruhigt haben, bleibt ein Rest Verunsicherung.
Vermeidung
des Konfliktes: Bleiben sie aufmerksam, wenn sie am Pferd arbeiten. Verwenden sie
Schnellverschlüsse, immer wenn sie es anbinden oder festhalten, so dass sie das
Risiko, sich beide zu verletzen, klein halten können, wenn es Etwas sieht, das einen
Schreck- oder Panikreflex hervorruft.
Bleiben
sie immer außerhalb seines Fluchtweges, um zu vermeiden, zufällig überrannt zu werden.
Wenn sie an den Beinen ihres Pferdes arbeiten, hocken - niemals knien - sie neben
ihm, so können sie den schadensträchtigen Bereich schnell verlassen, sollte es erschrecken
oder ausreißen. Konzentrieren sie sich beim Reiten auf die Umgebung, während sie
die Aufmerksamkeit ihres Pferdes auf sich richten. Je mehr es auf sie achtet, desto
weniger kann es schreckliche Dinge erblicken.


Unterschied 3
Die Behausung
Die Welt ihres
Pferdes: Es ist für ein Leben in weiten, offenen Räumen entwickelt und fühlt sich
am Sichersten mit einem freien Blick auf den Horizont, jede Gefahr gut überschauend,
dabei sein scharfes Sehvermögen im Fernbereich nutzend. So eine Lebensweise ermöglicht
ihm der Gefahr zu fliehen, ohne das Hindernisse seinen Fluchtweg versperren. Entworfen
als ein nomadisierendes Weidentier, ist ihr Pferd seiner Natur nach nicht territorial
orientiert, solange es den Platz hat, zu weiden und zu fressen. Wenn jedoch sein
Raum begrenzt ist (z.B. weil er eingezäunt ist), wird es seinen Bereich schützen.
Ihre Welt:
Sie sind ein Hausbewohner, vier Wände und ein Dach bedeuten K-o-m-f-o-r-t und Sicherheit.
Sie sind auch territorial orientiert, sie begrenzen ihren Besitz mit Zäunen und
natürlichen Hindernissen nicht nur, um die Grenzen des Eigentums festzulegen, sondern
auch, weil physische Barrieren als Schutz gegen externe Bedrohungen angesehen werden.
(Daher die Popularität von Gemeinschaften mit bewachten Zugängen.)
Möglichkeit
eines Konfliktes: Sie haben die natürliche Tendenz, ihr Pferd in menschenähnlichen
Behausungen unterzubringen. Ställe, Zäune, Stallgassen - die gleichen Strukturen,
die ihnen helfen, ihren Besitz festzulegen und zu schützen - arbeiten gegen die
Natur ihres Pferdes und seine visuellen Möglichkeiten. Schmale, eingezäunte Räume
begrenzen seinen Sehbereich, erzwingen eine einzelgängerische Existenz eines Tieres,
das entworfen wurde, in einer Herde zu leben, und streichen seinen wichtigsten Überlebensmechanismus:
die Flucht. Sie verstehen nicht, warum es sich so schreckhaft verhält, es lebt unter
Bedingungen, die das vollständige Gegenteil seines genetischen Entwurfes sind. Im
Bemühen, Bedrohungen zu entkommen, kann es über sie, durch Zäune oder in den Traktor
rennen, den sie in der Stallgasse geparkt haben.
Ständiges
Eingrenzen kann schließlich zu solchem Fehlverhalten führen, wie Stehlen, Wandern
in der Box und Ausweichen - als Resultat der genetischen Orientierung ihres Pferd,
frei zu laufen und zu grasen.
Vermeidung
des Konfliktes: Halten sie die ständige Unordnung im Stall so klein wie möglich,
um die Gefahr zu verringern, dass ihr Pferd in Panik gerät und sich selbst verletzt.
Entwerfen (oder überarbeiten) sie seinen Lebensbereich so, wie es seinen Bedürfnissen
und Neigungen entspricht: Wenn sie ihr Pferd in eine Box stellen, bauen sie diese
so groß wie möglich (4,30m im Quadrat oder größer ist ideal) und mit Auslauf, so
dass es sich bewegen kann und die Möglichkeit hat, den Horizont zu überwachen.
Installieren
sie durchsichtige oder durchbrochene Trennwände zwischen den Boxen, so dass es die
Mitglieder seiner Herde sehen kann (Kleine, total geschlossene Boxen werden ihr
Pferd unter Stress setzen und die Herausbildung von Fehlverhalten fördern.). Machen
sie Auslauf zur täglichen Routine. Wenn sie können, lassen sie es mit einem Pferdefreund
nach draußen, so dass es in Gemeinschaft leben kann. Stellen sie viel Heu während
des Tages bereit, so dass es grasen kann. Wenn möglich, lassen sie es die ganze
Zeit auf die Weide, am besten in Gemeinschaft mit anderen Pferden. Installieren
sie eine pferdesichere Umzäunung aus High-Tech-Zäunen, die so entwickelt wurden,
dass sie sich bei einem Aufprall verbiegen. Elektrifizieren sie alle Zäune. Wenn
sie das tun, reduzieren sie den Drang ihres Pferdes, die Hindernisse zu missachten
und reduzieren dadurch sein Risiko, sich zu verletzen.


Unterschied 4
Die Reaktion auf Gefahr
Die Welt
ihres Pferdes: Die Basis seiner genetischen Programmierung ist, das Überleben bedeutet,
erfolgreich vor einen Raubtier zu fliehen, das es fressen will. In der Beutetiersprache
ist die Antwort ihres Pferdes die Flucht. Wenn möglich, wird es vor einer erkannten
Gefahr hoch- und wegspringen, bis zu einem Punkt galoppieren, der ihm als sichere
Distanz erscheint, sich dann drehen und sein Entfernungssehen nutzen, die Situation
zu überprüfen. Das "hoch-und-weg" Verhalten, das sie so fürchten, ist die ursprüngliche
Pferdeantwort auf Gefahr. Sie können lernen, weiter zu reiten, unmittelbar danach
die Kontrolle wieder zu erlangen und ihr Pferd im Bezug auf normale Reize zu desensibilisieren,
aber sie können diese Reaktion niemals vollständig beseitigen.
Ihre Welt:
Weit eher, als sofort vor einer Bedrohung wegzulaufen, werden sie sich ihr zuwenden
und ihre Sehweise und Logik nutzen, sie zu überprüfen, um anschließend zu entscheiden,
ob sie fliehen oder sich behaupten werden.
Möglichkeit
eines Konfliktes: Sie wenden sich einem plötzlichen Geräusch oder einer Bewegung
zu; ihr Pferd springt davon weg. Sie können Zeichen und Geräusche deutlich bemerken,
überprüfen und logisch darauf reagieren. Ihr Pferd kann das nicht. Als Resultat
dessen könnten sie durch das plötzliche Hochschrecken abgeworfen werden (und wissen
überhaupt nicht, was ihr Pferd erschrecken ließ!) und sich in einer unangenehmen
Pferde-Mensch Kollision wieder finden.
Und, wenn
ihr Pferd in dem Moment, in dem seine Fluchtreaktion ausgelöst wurde, angebunden
oder anderweitig eingeschränkt ist (z.B. in einer Box oder einem Pferdeanhänger),
wird es auf eine von zwei möglichen Arten reagieren: Es wird Zuflucht zu einem Kampfverhalten
nehmen, gegen das Objekt seiner Furcht mit Vorder- oder Hinterhuf wild um sich schlagen,
oder im Bemühen, der Bedrohung zu entfliehen, blind gegen Alles kämpfen, das es
eingrenzt oder beengt. Achtung: Wenn dieser starke Kampf- oder Fluchtinstinkt die
Oberhand gewinnt, ist ihr Pferd blind gegen Jeden oder Alles in seiner Nähe, einschließlich
sich selber zugefügter Schmerzen. Wenn sie ihm im Weg stehen, verletzt es auch sie.
Deshalb wird ein panisches Pferd seine Hufe abreißen beim Versuch, dem Gewirr eines
Drahtzaunes zu entkommen, rückwärts über Barrieren springen oder versuchen, die
Freiheit durch das winzige Fenster an der Front ihres Pferdeanhängers zu erreichen,
und, das reicht, sie kennen die Bilder.
Vermeidung
des Konfliktes: Achten sie darauf, sich außerhalb des Fluchtweges ihres Pferdes
aufzuhalten (direkt vor ihm), außerhalb des Stoßbereiches (etwa 1,5m vor jedem Vorderfuß)
und außerhalb seines Trittbereiches (etwa 2,5m hinter und neben den Hinterteil ihres
Pferdes, entweder sie stehen richtig neben seinem Hinterteil oder mehr als 2,5m
entfernt).
Vermeiden
sie es, in die "Ich vertraue meinem Pferd"-Falle zu geraten. Es gibt einen Spruch,
der geht: "Es sind die guten Pferde, die dich verletzen werden." Der Grund ist,
dass wir bei Pferden, denen wir vertrauen und die wir schätzen, in unserer Aufmerksamkeit
nachlassen - wir vergessen, es sind Pferde. Alles was es braucht, ist ein solcher
Irrtum um einige ernsthafte Verletzungen zu erleiden.
Wenn sie
sich irgendeinem Pferd von hinten nähern, vergessen sie nicht, ihre Gegenwart anzukündigen,
bevor sie den Trittbereich betreten. Ein dösendes Pferd kann durch eine plötzliche
Bewegung oder Geräusch beginnen aufzuwecken - und erinnern sie sich, seine Sicht
im Nahbereich ist schlecht. Seine Antwort könnte sein, erst zu treten (um sich zu
verteidigen) und später die Bedrohung zu überprüfen. Praktizieren sie es, die Aufmerksamkeit
ihres Pferdes auf sich zu richten, immer, wenn sie es reiten oder führen. Wenn sie
das tun, werden sie nicht nur ihre Kontrolle erhöhen, sondern auch ihre Aufmerksamkeit
in Bezug auf das Pferd, das reduziert ihre Reaktionszeit, sollte es erschrecken.
Weiter, wenn es an sie denkt und weniger an seine Umgebung, verkleinern sie auch
seine Möglichkeiten, nach Bedrohungen im Gebiet zu suchen und darauf zu reagieren.
Betreten sie niemals einen engen Raum, wie einen Anhänger oder eine Box, im Versuch,
ein wahnsinniges Pferd zu beruhigen. Nur wenn es sich beruhigt hat und sie sich
nähern können, ohne sich selbst zu gefährden, sollten sie das tun. Verwenden sie
schnell öffnende (oder Panik-) Verschlüsse, immer wenn sie ihr Pferd anbinden. Ihre
Fähigkeit, es sofort von der Halterung zu lösen, (wenn sie das unter Beachtung ihrer
eigenen Sicherheit tun können), wird helfen, seine Panik zu zerstreuen. Das verkleinert
das Risiko der Verletzung eines von ihnen beiden.
Desensibilisieren
sie ihr Pferd im Bezug auf die normalen Reize ihrer täglichen Umgebung und auf solche
Umgebungen, in die sie reisen werden (wie Pferdeschauen). Sie werden ihrem Pferd
helfen, seine Angst zu kontrollieren und das Risiko verkleinern, es, sie oder Zuschauer
zu verletzen.

Unterschied 5:
Das Verhalten bei der Nahrungsaufnahme
Die Welt
ihres Pferdes: Es wird durch Nahrung motiviert, aber diese Motivation ist zweitrangig
für die Sicherheit und die sozialen Beziehungen. Nahrung löst aggressives Verhalten
aus und etabliert die soziale Hierarchie unter den Herdenmitgliedern. Wenn ein untergeordnetes
Pferd sich dem Futter eines dominanten nähert, wird das Resultat eine Drohung oder
ein aggressiver Akt durch das dominante Pferd sein. Das ist eine hierarchiebestimmte
Auseinandersetzung, Futter ist nicht Teil dieses Konfliktes, es ist nur der Auslöser
dafür.
Ihre Welt:
Nahrung ist nicht nur notwendig für das Überleben, sie hat auch einen starke soziale
und psychologische Bedeutung. Durch ausreichendes Essen fühlen wir uns gut, wir
nutzen Nahrung auch als Bestechung, als Belohnung und bei unseren Feiern.
Möglichkeit
eines Konfliktes: Erstens, wenn sie Leckerlies unter den Pferden einer Gruppe verteilen,
werden sie aggressives, dominanz-bestimmtes Verhalten auslösen, das mit Verletzungen
von ihnen oder den Pferden enden kann. (Merke: Dieses aggressive Verhalten wird
oft falsch interpretiert als Neid, weil sie die Leckerlies nur einem Pferd und nicht
allen geben. Aber Neid ist nicht der Punkt, das ist ein menschliches Gefühl. Die
Verlockung guten Futters reizt untergeordnete Pferde und veranlasst dominante weit
eher zu bedrohlichen Aggressionen, um sich ihre Belohnung zu sichern.)
Zweitens,
ihr Verlangen, ihrem Pferd durch Futter etwas Gutes zu tun, kann eine unbeabsichtigte
Belohnung für unpassendes Verhalten sein und in der Verstärkung solch gefährlich
schlechten Benehmens enden, wie Beißen. (Beispiel: Ihr Pferd stupst sie nach Leckerlies,
sie geben ihm eines, belohnen damit dieses Benehmen und ermutigen es, sie wieder
mit dem Kopf zu stoßen. Ihr Pferd weigert sich, in den Hänger zu steigen, sie geben
ihm eine Hand voll Getreide, als Versuch, es hinein zu locken, aber alles was sie
tun, ist, dieses hinderliche Verhalten zu belohnen... Ihr Pferd steigt auf, wenn
der Schmied an ihm arbeitet, also bieten sie Hände voller Getreide an, um es ruhig
zu halten, es steigt weiter auf, weil sie ihm Futter geben, wenn es das tut.)
Vermeidung
des Konfliktes: Vermeiden sie es, in einer Gruppensituation Leckerlies zu verteilen.
Wenn sie wünschen, einem besonderen Pferd ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, halftern
sie es und führen sie es aus der Umzäunung der Gruppe heraus, dahin, wo sie in der
Lage sind, es sicher zu füttern. Vermeiden sie, ihr Pferd aus der Hand zu füttern
und erlauben sie ihm niemals, in ihren Taschen nach Futter zu suchen. Stellen sie
stattdessen die Leckerlies in seiner normalen Futterkrippe bereit, oder bieten sie
ihm diese in einem Eimer an. Das hilft, Kneifen und Stupsen zu vermeiden. Denken
sie vor dem Füttern daran, es zu vermeiden, unbeabsichtigt schlechtes Verhalten
zu belohnen. Wenn ihr Pferd scheut, seine Ohren anlegt, sich weigert, stillzustehen,
usw., wird Futter dieses Verhalten belohnen. Warten sie, bis es ein wünschenswertes
Verhalten zeigt, wie einen Schritt vorwärts, aufgestellte Ohren oder auf einen stillen
Moment, bevor sie die Möhren austeilen.

